Trading-GmbH

GmbH oder Privatdepot? Der ehrliche Vergleich

26.10.2026 · Lesezeit 8 Min.

Auf YouTube klingt es einfach: In der GmbH zahlen Sie auf Aktiengewinne nur 1,5 Prozent Steuern, privat über 26 Prozent. Also ab in die GmbH. Ganz so einfach ist es nicht. Die GmbH spart Steuern, solange das Geld in der GmbH bleibt – und nur bei bestimmten Erträgen. Schauen wir uns das in Ruhe an.

Privat: einfach, aber voll besteuert

Im Privatdepot zahlen Sie auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Die Bank führt die Steuer ab, Sie haben kaum Aufwand. Verluste aus Aktien dürfen nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

Für Termingeschäfte gibt es eine gute Nachricht: Die frühere Begrenzung auf 20.000 Euro Verlustverrechnung pro Jahr ist aufgehoben. Verluste aus Optionen und Futures sind wieder voll mit Kapitalerträgen verrechenbar.

In der GmbH: niedrig nur bei Aktiengewinnen

Veräußerungsgewinne aus Aktien sind in der GmbH zu 95 Prozent steuerfrei (§ 8b KStG). Auf die verbleibenden 5 Prozent fallen rund 30 Prozent Körperschaft- und Gewerbesteuer an. Das ergibt die bekannte Belastung von etwa 1,5 Prozent.

Alles andere wird voll besteuert, mit rund 30 Prozent je nach Hebesatz: Zinsen, Dividenden aus Beteiligungen unter 10 Prozent, Gewinne aus Optionen, Futures und CFDs sowie Stillhalterprämien. Wer überwiegend Optionen handelt, zahlt in der GmbH also eher mehr als privat.

  • Aktien-Kursgewinne: ca. 1,5 % in der GmbH, 26,375 % privat
  • Dividenden (Streubesitz): ca. 30 % in der GmbH, 26,375 % privat
  • Zinsen: ca. 30 % in der GmbH, 26,375 % privat
  • Termingeschäfte und Stillhalterprämien: ca. 30 % in der GmbH, 26,375 % privat

Der Denkfehler: Irgendwann wollen Sie an das Geld

Die GmbH ist ein Steuerstundungsmodell. Sobald Sie sich Gewinne ausschütten lassen, zahlen Sie privat noch einmal 26,375 Prozent Abgeltungsteuer. Wer jedes Jahr ausschüttet, um davon zu leben, hat mit der GmbH wenig gewonnen.

Interessant wird die GmbH, wenn Gewinne über viele Jahre im Unternehmen bleiben und wieder angelegt werden. Dann arbeitet die nicht gezahlte Steuer für Sie mit – das ist der eigentliche Vorteil.

Die Kosten nicht vergessen

Eine GmbH kostet Geld: Gründung mit Notar und Handelsregister, 25.000 Euro Stammkapital, laufende Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen, Offenlegung, IHK-Beitrag. Je nach Anzahl der Trades kommen schnell mehrere tausend Euro im Jahr zusammen. Diese Kosten müssen durch die Steuerersparnis erst einmal wieder hereinkommen.

Wo der Break-even für Sie liegt, zeigt unser Beitrag zur Frage, wann sich eine Trading-GmbH lohnt. Die Rechnung machen wir für Mandanten mit den echten Zahlen aus den Broker-Reports.

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Roland Elias

Roland Elias, Steuerberater

Geschäftsführer der Ratisbona Steuerberatungsgesellschaft mbH in Regensburg. Tradet seit über 15 Jahren selbst und erklärt seit mehr als zehn Jahren auf dem YouTube-Kanal „Steuern mit Kopf“ die Besteuerung von Aktien, ETFs, Termingeschäften und Kryptowährungen. Mitglied der Steuerberaterkammer Nürnberg.

Fachlich geprüft am 24.9.2026 · Rechtsstand 2026

Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information, geben den Rechtsstand 2026 wieder und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung.

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